Präambel zur Förderung

des Trägervereins Art Dock Zürich

I        Das allgemeine Unbehagen über die zunehmende Vernachlässigung der bildenden Zürcher Kunst ist über mehr als eine Generation hinweg stetig angewachsen. Im Vorfeld der Abstimmung über das neue Zürcher Kunsthaus formierte sich eine ernstzunehmende, dynamische Bewegung, welche sich zum Ziel gesetzt hat, für die bedeutende Zürcher Kunst einen ihr angemessenen Raum samt Foyer, Archive und Depots einzufordern. Dieses Programm wurde im Manifest Zürcher Kunst im September 2012 proklamiert. Darum wurde die Vereinigung Art Dock Zürich zur Erreichung dieser Ziele gegründet.

II       Einen einleuchtenden und beispielhaften Weg für die Erhaltung und Darstellung bedeutender Zürcher Kunst weist die Stiftung Trudi Demut und Otto Müller, welche seit Frühjahr 2102 in fünf Zyklen zwei geschlossene Lebenswerke im Zusammenhang mit den Wuhrsträsslern (Künstlern der Ateliers Wuhrstrasse) und den Wuhrverwandten (Zeitgenossen der Wuhrsträssler) in den Hallen des  alten Zürcher Güterbahnhof zeigt. Diese exemplarische Werkschau findet grosse Beachtung und kann als Prototyp für ein zukünftiges Art Dock Zürich betrachtet werden. Die Retrospektive, welche  in Frachthallen des alten Zürcher Güterbahnhofs über rund 1200 m2 installiert ist, dauert nur noch bis Ende April 2013. Danach wird der Güterbahnhof abgebrochen, worauf weder die Weiterexistenz der Stiftung noch der Erhalt der Lebenswerke gesichert ist.

III      Das gewünschte Art Dock Zürich soll eine Vereinigung von namhaften Persönlichkeiten, Sammlern, Kunstschriftstellern, Schriftstellern, Künstlern, Galeristen und weiteren Kunstinteressierten sein, welche es sich zur Aufgabe macht, die Nachlässe bedeutender Künstlerinnen und Künstler aus Zürich und der Region zu retten, zu konservieren und auszu-stellen. Deren Rettung ist dringende Pflicht, denn würden bereits vorliegende und kommende Nachlässe von oft über die Landesgrenze hinausstrahlenden Künstlern und Künstlerinnen verloren gehen, würde sich Zürich zu einem grossen Teil seiner kulturellen Identität berauben.

IV      Trotz oder gerade wegen der Globalisierung der Zürcher Kunstszene ist das Art Dock dem Grundsatz  <Kultur ist hier und jetzt> verpflichtet. Eine mit Art Dock Zürich vergleichbare Institution ist das bestehende Archiv für Schweizerische Literatur, das jedoch Nachlasstexte landesweit aufnimmt. 

V       Damit Art Dock Zürich seine Zielsetzungen erreichen kann, braucht es ein Foyer mit attraktiven Räumen für Ausstellungen, ein Archiv mit adequaten Depots, ein Internetportal und Publikationstätigkeiten. Es braucht eine kompetente Geschäftsleitung mit Archivar resp. Aktivarin, ein Kuratorium mit Konservator resp. Konservatorin.

 VI      Art Dock Zürich konzipiert und organisiert jährlich zwei oder mehrere Ausstellungen mit Künstlernachlässen, die in Zusammenhang mit einer Künstlergruppe gestellt oder unter einer bestimmten Thematik beleuchtet werden können.

 VII     Künstlernachlasse, welcher dem Art Dock anvertraut werden, werden von einem Kuratorium, welches möglicherweise durch noch lebende Künstler oder durch deren Erbberechtigte verstärkt wird, gesichtet und bewertet. Allenfalls wird eine repräsentative Auswahl aus einem gesamten Lebenswerk zur Bewahrung vorgeschlagen. Nicht ausgewählte Nachlasswerke, die aus Platzgründen nicht aufbewahrt werden können, werden vom Art Dock Zürich katalogisiert, bzw. digitalisiert und ins Internet gestellt.

VIII     Um die oben beschriebenen, notwendigen Aufgabe erfüllen zu können, ist das Art Dock Zürich neben privaten Gönnerbeiträgen und institutionellen Sponsoren auf die finanzielle und moralische Unterstützung von Stadt und Kanton Zürich angewiesen.

IX      Das Art Dock Zürich soll als echte Zürcher Institution öffentlichkeitsnah und transparent geführt werden und für jedermann überprüfbar sein. Jedes Jahr wird ein Rechenschaftsbericht veröffentlicht.

X       Ein namhaftes Patronatskomitee tritt für eine förderliche Realisierung der Ziele der Erhaltung der bildenden Kunst Zürichs ein und begleitet, unterstützt und fördert das Art Dock Zürich in allen Belangen.

Der Verein Art Dock Zürich formierte sich nach den Forderungen des Manifestes Zürcher Kunst, welches im Herbst 2012 proklamiert wurde, worauf das „Komitee Art Dock Zürich“ konstituiert wurde. Dieses Gründerkomitee wurde in mehreren grossen Round Table Veranstaltungen erweitert und ist als Taskforce des Vereins für dessen Gründung und Vertretung bei Institutionen und Sponsoren verantwortlich. Das Gründerkomitee setzt sich u.a. zusammen aus Dieter Bachmann, Ralph Baenziger, Fritz Billeter, Rosina Kuhn, Guido Magnaguagno, Peter Münger, Isolde Schaad und Andrea Silvio Mathis.